a r b e i t e n

Anne Bekker , Zeichnung 'o.T.' 2012
Anne Bekker , Zeichnung 'Copy-Paste IV' 2011
Anne Bekker , Zeichnung 'Copy-Paste I' 2011

 

D i e    S u m m e   d e r    e i n z e l n e n   T e i l e

 

Anne Bekkers Zeichnungen zeichnen sich durch Witz und ein intelligentes Narrativ aus, was sich aus der Kombination von scheinbar Unkombinierbarem ergibt. Tiere und Pflanzen bespielen neben Gegenständen des Alltäglichen den unmöglichen Bildraum, der, von grafischen Strukturen und Elementen durchzogen, immer auch das Weiß der Bildfläche thematisiert. Die Analogie zu einer fernöstlichen Ästhetik der Leere ist kein Zufall, sondern bewusste Strategie Bekkers, um den Betrachter in das Bildgeschehen mit einzubinden und so die jeweilige Arbeit subjektiv vervollständigen zu lassen. Zudem treffen häufig flächige Bildelemente auf plastisch ausformulierte Stellen, was eine Trompe l‘oeil -Wirkung immer wieder negiert und auf die Materialität des Papiers verweist.

Anne Bekker geht es vor allem um eine präzise Reduktion der Figuren und Gegenstände auf ihre formalen Qualitäten zugunsten einer sehr bemerkenswerten Bildfindung; nicht selten extrahiert und vervielfacht sie einzelne Teile des Ganzen zu neuen Figurationen und kompositorischen Elementen, die eigentlichen Zuschreibungen der Einzelmotive setzen sich in der Rezeption durch die Neukombination zu eigentümlichen Begebenheiten zusammen. Auffälliges Element ist hierbei der Copy-Paste-Effekt, der in assoziative Anlehnung an Bildbearbeitungsprogramme den spielerischen Umgang mit gefundenen und selbst gemachten Bildern reflektiert und diesen in eine Ernsthaftigkeit der bewussten Entscheidung zurück führt.


(S. Gutsche 2010)